Drittes Gymnasium in Delmenhorst: Standort steht fest

Am Dienstagabend hat der Delmenhorster Stadtrat den Standort für das dritte, noch zu bauende Gymnasium in Delmenhorst festgelegt. Oberbürgermeisterin Gerlach hatte zu Beginn die Wichtigkeit der Festlegung noch an diesem Abend betont.

Delmenhorst bekommt ein drittes Gymnasium. Die steigenden Schülerzahlen machen es notwendig. Das zeigen die Zahlen der Schulentwicklungsplanung. Doch wo soll die Schule gebaut werden? Nach Aussagen der Stadtverwaltung kommt dafür nur ein einziger Standort in Frage: Auf dem Grundstück östlich der Grundschule Iprump-Stickgras am Standort Iprump.

Das hat gleich mehrere Gründe: Das neue Gymnasium nimmt im Sommer 2026 seinen Betrieb auf. Da es dann noch kein neues Gebäude gibt, möchte die Stadtverwaltung bereits bestehende Mobilbauten an der OBS Süd nutzen, die diese dann nicht mehr benötigt. So ließen sich Synergieefekte schaffen und es würden keine zusätzlichen Kosten produziert, so Petra Gerlach.

Beginn im neuen Gebäude am 1.8.2028

Am 1. August 2028 soll dann die neue, bis dahin errichtete Schule ihren Betrieb aufnehmen können. „Das ist äußerst ambitioniert und nur möglich, wenn jetzt unverzüglich mit den Planungen des Baus begonnen wird“, machte Petra Gerlach deutlich.

Voraussetzungen für das Grundstück sind unter anderem, dass es eine Größe von mindestens 17.000 Quadratmetern aufweist, eine Haltestelle in der Nähe hat, bereits im Eigentum der Stadt ist, um schnell mit der Planung und dem anschließenden Bau beginnen zu können. Zudem solle es nur geringe Eingriffe in Natur und Landschaft geben.

Weiterhin spreche für den Standort in Iprump, dass man die Mensa mit nutzen könne und es eine gemeinsame Turnhalle gebe und gegebenenfalls auch weitere Synergieeffekte.

Ein Grundstück am Finanzamt, das zwischenzeitlich in die Diskussion gekommen war, sei nicht geeignet, weil diese Fläche für eine mögliche neue Feuerwache gesetzt sei, da es aufgrund der Lage und der einzuhaltenden Zeiten für diesen Zweck ideal sei. Auch der sogenannte Försterhof am Brendelweg scheide aus, dort solle eine Förderschule GE errichtet werden.

Gefahr eines schlechten Starts

Bei einer verzögerten Entscheidung aufgrund der dann entstehenden Verzögerung könnten die Mobilbauten an der OBS Süd nicht genutzt werden und neue Interimsbauten müssten her, die Kosten in Millionenhöhe verursachen würden und deren Realisierung bis zum Start 2026 nicht gewährleistet sei, so Gerlach. „Es birgt die Gefahr eines schlechten Starts für dieses Gymnasium.“

Frauke Wöhler, als Vorsitzende des Schulausschusses, dankte der Verwaltung für ihre Arbeit im Vorfeld und betonte, dass auch der Bahnhof Heidkrug in der Nähe sei, was ein weiteres Argument für den Standort Iprump sei. Claus Hübscher (FDP) wies auf den in seinen Augen kritischen Aspekt der Schülerbeförderung hin, während sein Fraktionskollege Murat Kalmis zum Ausdruck brachte, dass er der Argumentation der Verwaltung folgen werde. Es folgten zahlreiche weitere Pro- und Contra-Argumente seitens der Politik.

Scharfe Kritik von Ratsherr Bicerik

Im Schulausschuss, der zuvor über das Thema beraten hatte, hatte es keine Einigung auf den Standort gegeben. Hasan Bicerik (SPD) wies darauf hin, dass der Ausschuss gegen den Standort gestimmt hatte und dieses Votum nun nicht mehr berücksichtigt werde. „Sie hätten uns heute noch etwas Anderes präsentieren oder mit uns ins Gespräch kommen können“, so Bicerik in Richtung der Oberbürgermeisterin und der Verwaltung. In Richtung von Petra Gerlach legte er nach: „Bei grundlegenden Entscheidungen wie der Schulentwicklungsplanung erscheint unsere Oberbürgermeisterin erst am Ende der Debatte.“ Sie gebe keine Wegweisung im laufenden Diskurs. „Es wäre schön, wenn sie sich eingeschaltet hätte“, so Bicerik. „Sie haben als Oberbürgermeisterin – bei vollstem Respekt – eine Führungsverantwortung, die sie auch wahrnehmen müssen“, so Bicerik.

Replik der Oberbürgermeisterin

Petra Gerlach parierte: „Herr Bicerik, wenn Sie sich die Verwaltungsvorlage genau anschauen, trägt die Verwaltungsvorlage einen Titel: „die Oberbürgermeisterin“. Sämtliche Vorlagen, die wir als Verwaltung herausbringen, sind in meinem Namen herausgegangen. Keiner meiner Vorgänger hat sich in Fachausschusssitzungen eingemischt, dafür haben wir Dezernenten und die Fachverwaltung, die hochprofessionell agiert und der vertraue ich. Es ist meine Aufgabe im Rat genau das zu vertreten und das habe ich getan.“

Nach langer Debatte stimmte der Rat, mit Mehrheit bei 12 Gegenstimmen, für den Standort Iprump.

 

Symbolbild: Adobe Stock/Gerhard-Seybert

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