DKD-Chefarzt muss wegen Titelmissbrauchs seinen Hut nehmen
Dr. Martin Teschner, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, ist ab sofort nicht mehr am Delme Klinikum Delmenhorst tätig. Nachdem das Amtsgericht Delmenhorst ihn Mitte März wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen verurteilt hatte, hat das Klinikum ihm nun die fristlose Kündigung ausgesprochen.
„Das Gericht hat eindeutig festgestellt, dass Herr Dr. Teschner den Titel des Professors nicht tragen durfte“, erläutert Dr. Christian Peters, Geschäftsführer des DKD, den Hintergrund für die Trennung. Dr. Teschner, der seit 2003 in Delmenhorst als Thoraxchirurg gearbeitet hatte, sei zweifelsohne ein erfahrender und qualifizierter Mediziner. Es liege aber in der Verantwortung der Geschäftsführung, sicherzustellen, dass Patienten und einweisende Ärzte ihre Entscheidung für das Krankenhaus auf einer inhaltlich korrekten Grundlage treffen können. „Wir haben uns darauf verlassen, dass Dr. Teschner seine Titel korrekt führt. Durch das nun entgangene Urteil ist klar, dass er uns und unsere Patientinnen und Patienten getäuscht hat. Das Vertrauen ist weg. Eine Zusammenarbeit ist daher nicht mehr möglich.“
„Das Vertrauen ist weg“
Die Klinik für Thoraxchirurgie wird nun mit der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie zusammengeführt und steht damit unter der Leitung des Ärztlichen Direktors und Chefarztes Dr. Frank Starp. Dieser Schritt sei ohnehin nach dem Renteneintritt von Dr. Teschner für Anfang 2026 geplant gewesen und werde nun vorgezogen. „Um den Delmenhorster Bürgerinnen und Bürgern weiterhin eine erstklassige operative Versorgung bei Erkrankungen der Lunge anbieten zu können, werden wir künftig eng mit der Klinik für Gefäß- und Thoraxchirurgie der Ammerland Klinik in Westerstede kooperieren. Die Zusammenarbeit mit der Ammerland Klinik hat sich bereits in der Intensivmedizin und der Geriatrie sehr bewährt. Patientinnen und Patienten, die bereits einen Termin für einen Eingriff in der Thoraxchirurgie vereinbart haben, werden nun zeitnah kontaktiert, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“












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