Die Delmenhorster Grünen zur Stadtbild-Debatte um Petra Gerlach respektive Kanzler Merz
In den vergangenen Tagen und Wochen waren die Diskussionen um die Äußerung von Kanzler Merz zum Stadtbild hochgekocht. Es hatte zahlreiche Demonstrationen gegeben. In dem Kontext hatte die Delmenhorster Oberbürgermeisterin entgegen dem Bundeskanzler das „bunte Stadtbild“ als Stärke bezeichnet. Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen und der Delmenhorster Kreisverband schließen sich der Meinung von Petra Gerlach an und begrüßen die Positionierung ihrer Oberbürgermeisterkandidatin zur Stadtbild-Debatte.
„Delmenhorst ist bunt, offen und vielfältig – das macht diese Stadt aus und das soll auch so bleiben.“, so Marianne Huismann, Fraktionsvorsitzende. Bereits seit der Industrialisierung sei Migration ein wichtiger Bestandteil der Delmenhorster Geschichte und präge das Stadtbild bis heute. Ob Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg oder die Gastarbeiter in den sechziger Jahren, all diese Menschen fänden in Delmenhorst ihr Zuhause und seien längst Teil der Gesellschaft. „Delmenhorst steht für ein Stadtbild, das schon immer von Migration geprägt war und unsere Stadt lebenswert macht.“
„Diese Vielfalt ist kein Problem, sondern der Kern unserer offenen Gesellschaft und Ausdruck von Grundgesetz und Menschenrechten. Sie macht uns stark, kreativ und zukunftsfähig. Wir erleben, wie struktureller Rassismus tief in unseren gesellschaftlichen Institutionen verankert ist. Diskriminierung im Alltag, erschwerte Zugänge zu Bildung, Arbeit und Wohnraum sind Realität für viele Menschen. Statt diese Probleme zu lösen, wird von manchen Spaltung als Instrument genutzt und verhindert solidarische Antworten.“, so Uwe Dähne, Stadtratsmitglied.
„Man sieht Menschen nicht an, ob sie ein Problem oder gar kriminell sind. Ja, unser Stadtbild ist bunt – und das ist gut so. Daraus lässt sich kein Problem ableiten. 15-jährige Jungs hängen eben mal irgendwo herum – das fällt manchen erst dann negativ auf, wenn sie einen sichtbaren Migrationshintergrund haben. Plötzlich wird eine undefinierte Gruppe namens Migranten zum Problem erklärt, obwohl viele hier längst in dritter Generation leben und unsere Stadt in Bildung, Gesundheit und Wirtschaft voranbringen“, ergänzt Nadja Allmers-Plump, Vorstandssprecherin der Grünen.
Natürlich gebe es auch junge Männer mit Migrationshintergrund, die straffällig werden – aber von ihnen auf eine ganze Gruppe zu schließen, werde der Realität nicht gerecht und verurteile Menschen, die versuchen, sich und ihrer Familie hier ein gutes Leben aufzubauen. Entscheidend seien andere Faktoren wie Geschlecht, Bildung oder soziale Herkunft. „Wer nur über nationale Herkunft spricht, greift zu kurz.“
Allmers-Plump weiter: „Wir leben zurzeit in krisenhaften Zeiten und viele Bürger sind verunsichert. Aber statt Vorurteile zu befeuern, sollte der Bundeskanzler daran arbeiten, das Stadtbild in Deutschland tatsächlich zu verbessern. Dazu braucht es bezahlbare Wohnungen, gute Kitas und Schulen, Sicherheit und Sauberkeit, Grünflächen. Fast alle Städte klagen über die Finanznot in den Kommunen, hier erwarten wir vom Bundeskanzler finanzielle Mittel, die der Aufgabenlast unserer Kommune entsprechen. Die desolate Finanzlage mit all ihren Folgen spaltet zunehmend die Gesellschaft. Uns ist wichtig, dass Zusammenhalt, Vielfalt und Menschlichkeit, dabei nicht unter die Räder gerät.“





Die Grünen / DelmeNews - Jörn Petersen



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