Delmenhorster Grüne: Jeder Akt des politisch motivierten Vandalismus wird konsequent zur Anzeige bei Polizei und Staatsschutz gebracht
Allegemein festgestellt wird, dass der Hass enorm zunimmt, dem sich auch die Grünen vermehrt ausgesetzt sehen. Zwar steigen die Mitgliedszahlen laut der Kreisvorsitzenden und Co-Sprecherin Nadja Allmers-Plump enorm, dafür aber auch der personalisierte Hass von ganz Rechts gegen ihre Partei. So waren nicht nur in der vergangenen Woche rechtsextremistische Sticker im Bereich des Grünen Treff angebracht worden, sondern auch vorgestern. Bündnis 90/Die Grünen werden politisch motivierten Vandalisus konsequent bei Polizei und Staatsschutz zur Anzeige bringen.
Seit der Wahl wurden inzwischen mehrfach Sticker mit rechtsextremer Symbolik an der Geschäftsstelle der Grünen in Delmenhorst aufgeklebt: Schwarze Sonne, zweimal die Reichsflagge und ein Sticker mit der Aufschrift „I ♥ NS-Zeit“. Dieser Anblick erwartete Passantinnen und Passanten bereits am 28. Februar 2025 an der Geschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen in der Bahnhofstraße in Delmenhorst. In der Nacht zum Freitag waren zwei der vier Aufkleber mit rechtsextremer Symbolik auf die Außenwerbung des Grünen Treffs in Höhe von etwa 2,5 Mtern aufgebracht worden. Eine derartige Verharmlosung des Nationalsozialismus sei allerdings nicht neu.
Am späten Morgen war bereits die Hälfte eines der vier aufgebrachten Sticker abgerissen – mutmaßlich von aufmerksamen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die keine Nazi-Symbolik auf Augenhöhe tolerieren wollten. Die restlichen Aufkleber in etwa 2,5 Meter Höhe wurden am darauffolgenden Nachmittag von Parteimitgliedern entfernt. Die Vertreter der Grünen betonen: Jeder Akt des politisch motivierten Vandalismus werde konsequent zur Anzeige bei der Polizei und beim Staatsschutz gebracht. So haben die Grünen Delmenhorst bereits Strafanzeige erstattet und erwarten eine zügige Ermittlung durch die Behörden.
Allerdings empfinden die Grünen den Vorfall nicht lediglich als herkömmliches Vandalentum. Rosa Eickhorst-Neugebohrn vom Vorstand des Kreisverbands Delmenhorst: „Der Angriff auf den Grünen Treff ist kein harmloser Vandalismus, sondern zugleich ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft und die Grundwerte der Demokratie. Diese Entwicklung erschreckt uns besonders angesichts des Vorfalls in Bookholzberg.“
Dieser Vorfall reihe sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein: „Bundesweit nehmen rechtsextreme Übergriffe auf politische Einrichtungen, Medien und Engagierte zu, Rechtsextreme gehen mit einem neuen Selbstbewusstsein durch die Stadt“. Christina-Johanne Schröder, grünes Bundestagsmitglied für den Wahlkreis in der letzten Legislaturperiode und ebenfalls im Büro ansässig, kommentierte den Vorfall mit Blick auf die steigende Zahl rechtsextremer Gewaltstraftaten: Die offene Nazi-Symbolik zeige, wie immer gefährlichere Strömungen normalisiert würden. Wichtig sei es, darauf aufmerksam zu machen, dass Einschüchterungen nicht normal sind. Rechtspolitisch motivierte Vandalen sehen das offenbar anders.
Innerhalb weniger Tage erfolgte nun bereits der nächste Einschüchterungsversuch. Vorgestern fanden sich erneut entsprechende Sticker an der Außenwerbung der Grünen. Der vor den Wahlen befürchtete Rechtsruck ist längst immanente Realität. Die AfD hat bei den Bundestagswahlen in Delmenhorst viele Stimmen erhalten. „Das macht mir echt Sorgen mit Blick auf die Kommunalwahl“, so Nadja Allmers-Plump.
((Beitragsbild: Sticker mit Nazi-Symbolik auf der Grünen-Werbung in der Bahnhofstraße))












Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!