Delmenhorst wappnet sich vor dem Coronavirus – Verdachtsfall liegt bislang noch nicht vor

27. 02. 2020 um 17:00:43 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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In diesen Tagen ist das Coronavirus in aller Munde und allmählich mehren sich die Fälle in Deutschland. Anders als von einer Tageszeitung kolportiert wurde, ist in Delmenhorst zurzeit nach Angaben der Stadtverwaltung noch kein Verdachtsfall registriert. Das scheint allerdings nur eine Frage der Zeit zu sein. Von der Stadtverwaltung werden sämtliche Vorkehrungen getroffen, um auch auf den Ernstfall gefasst zu sein. Auf Delmenews-Anfrage gibt sie dazu Auskunft.
 
Stadtsprecher Timo Frers antwortete im Namen der Stadtverwaltung auf Nachfragen von Delmenews in Bezug auf das Coronavirus. Dazu wie die Stadt den Sachverhalt mit dem Coronavirus einschätzt und sich auf die davon ausgehende Gefahr einstellt, lässt er wissen, dass sich das Delmenhorster Gesundheitsamt bestmöglich auf den Umgang mit neuartigen Infektionserregern vorbereitet. Für das Coronavirus, das auch unter diese Kategorie fällt, gilt das genauso.
 

Krisenstab wird eingerichtet

„Die Stadt Delmenhorst nutzt dafür alle verfügbaren Instrumente“, versichert Frers. Sowohl vom Robert Koch-Institut (RKI), das auf Bundesebene die Zuständigkeit für den Umgang mit Infektionskrankheiten besitzt, als auch dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) wird die Stadt mehrfach am Tag auf den aktuellsten Stand gebracht.

Vom Stadtsprecher wird ergänzt: „Dazu gibt es eine Reihe interner Abstimmungen, unter anderem um die vorhandenen Strukturen zu definieren.“ Laut ihm wird ein Krisenstab aufgestellt. „Damit rüstet sich die Stadt, um für den Coronavirus-Ernstfall gewappnet zu sein, wenn das Virus auch in Delmenhorst auftreten sollte“, erläutert Frers. Zu den Aufgaben eines Krisenstabs gehört es auch, die im Infektionsschutzgesetz angedachten Schritte zu ergreifen, damit weitere Erkrankungen verhindert werden.
 

Über Delmenhorst eine Quarantäne zu verhängen, ist bisher keine Überlegung

Darauf angesprochen, wie die weitere Bezahlung von Gehältern und Löhnen geregelt ist, falls die Stadt abgeriegelt oder in Quarantäne versetzt werden muss, teilt der Stadtsprecher mit, dass eine Abriegelungstaktik oder Quarantäne zurzeit nicht infrage kommen.

Er stellt klar: „Wir befinden uns in der ersten Phase! Dies bedeutet, dass Infizierte identifiziert und gegebenenfalls isoliert werden – entweder zuhause oder bei einer nötigen Behandlung im Krankenhaus.“ Das entspricht ganz der Eindämmungsstrategie, auch „Containment“ genannt. „Erst wenn es über Einzelfälle hinausgehen sollte, würde die Schutzstrategie gefährdeter Gruppen beginnen“, führt Frers aus.
 

Jeder kann etwas für die Prävention tun

In diesem Fall kann zu weitreichenderen Maßnahmen geschritten werden, wie beispielsweise Atemschutz zu tragen oder Kindergärten und Schulen zu schließen. Zur Vorbeugung vor der Ansteckung mit dem Coronavirus werden Ratschläge zur Hand gegeben. Beim Husten oder Niesen sollte größtmöglicher Abstand zu anderen Personen gehalten werden.

Optimal ist es, wenn sich die hustende oder niesende Persone dabei noch wegdreht. Geniest oder gehustet werden sollte entweder in die Armbeuge oder in ein Taschentuch. Anschließend ist das Taschentuch in einem Mülleimer mit Deckel zu entsorgen. Regelmäßig und ausreichend lange sollte jede Person ihre Hände mit Wasser und Seife waschen. Vor allem nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten ist das zu befolgen. Menschenmassen sollten gemieden werden.
 

Noch besteht kein begründeter Verdacht in Delmenhorst

Der Stadtsprecher gibt nachdrücklich zu Protokoll: „Es gibt in Delmenhorst nach wie vor keinen begründeten Verdachtsfall! Soll heißen: Eine bestimmte Krankheit ist von Erkrankungen mit ähnlicher oder übereinstimmender Symptomatik abzugrenzen. Dies ist die Aufgabe der Differentialdiagnostik (zum Beispiel beim Hausarzt), die mit möglichst geringem Aufwand sichere Diagnosen-Ausschlüsse erzielt. Ein begründeter Verdacht ist entscheidend für einen Krankenhausaufenthalt. In Delmenhorst gibt es diesen Fall bislang glücklicherweise (noch) nicht!“
 

Hinweise für Personen, die sich in einem Risikogebiet aufhielten

Zusätzlich weist Frers darauf hin, dass sich Personen, die in einem der vom RKI aufgelisteten Risikogebiete weilten, unnötige Kontakte vermeiden und möglichst daheim bleiben sollten, egal ob sie über Symptome oder nicht.

Folgende Orte gelten als Risikogebiete: die Provinz Hubei, einschließlich der Stadt Wuhan, sowie die Städte Hangzhou, Ningbo, Taizhou und Wenzhou in der Provinz Zhejiang in China, die Provinz Ghom im Iran, die Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien in Italien sowie die Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang) in Südkorea.

Wenn akute die Atmung betreffende Symptome aufkeimen, sollten betroffene Personen auf eine gute Hygiene der Hände Acht geben, und zu einem Arzt gehen, bei dem sie sich zuvor mit Hinweis auf die Reise telefonisch anmelden. Vom Arzt wird in der Folge wie üblich alles weitere untersucht.
 
Bild: Die Stadtverwaltung bereitet sich gewissenhaft für den Fall vor, dass in Delmenhorst das Coronavirus um sich greift.



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Ihre Kommentare

Naja 2 Tage nach der Nachricht, ist der erste Fall in bremen aufgetaucht. Und wenn man ehrlich gesehen es logisch betrachtet, dauert es nicht lange (falls die Person den Bus oder straßenbahn nutzt) , dass dort die keime/Virus dort aus weitergegeben wurden. Gerade bei dem Personenverkehr dort, nicht unwahrscheinlich, dass dort es weiterverbreitet wird. Und ab da sind delmenhorst und um bremen umzu, weiter alles gefährdet. Schneller als erwartet. Hätte früher drauf reagiert werden sollen.