Delmenhorst und Umgebung: Aktionsbündnis Landkreis Oldenburg ruft zu AFD-Gegenkundgebung auf
Das „Aktionsbündnis Landkreis Oldenburg“ ruft für Freitag, 21.11.2025, um 17:00 Uhr zu einem Protest an der Ecke Am Bahnhof / Cloppenburger Straße gegenüber dem „Alten Posthaus“ in Ahlhorn auf. Bereits 2023 war es zu Protesten gekommen, die unter Polizeipräsenz durchgeführt wurden. Aktueller Anlass ist eine Veranstaltung mit den AfD-Bundestagsabgeordneten Andreas Paul, Martin Sichert und Dirk Brandes. Einlass zum Treffen in dem Restaurant „Altes Posthaus“ soll ab 17:30 Uhr sein.
Dieser Flyer zum Treffen wurde großflächig im Landkreis Oldenburg über einen Posteinwurf an die Haushalte zugestellt. Dabei handele es sich um ein neuartiges Vorgehen zur Veranstaltungsankündigung, so die Initiatoren der Gegenkundgebung, und es sei ein weiterer Schritt zur Normalisierung der AfD. Diese Einladung, der vermutlich bis zu 100 Personen folgen werden, werde man nicht unwidersprochen lassen und laden zum Gegenprotest ein.
Die Versammlungsleiterin aus der Gemeinde Großenkneten meint dazu: „Es könnte der Eindruck entstehen, es handele sich um eine harmlose Partei, doch das ist nicht der Fall. Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie die AfD-Bundestagsabgeordneten hier ihre ausgrenzenden, rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen verbreiten. Sie wollen mit Hetze gegen Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen, unnötige Ängste und Sorgen schüren.“
Dem Wirt, der die Partei vermutlich als harmlos ansehe, heißt es weiter, scheinen die Einkünfte durch die AfD mehr wert zu sein als das Ansehen seines Lokals sowie die dadurch zu verbuchenden Umsatzeinbußen. In diesem Jahr fanden bereits mehrere Veranstaltungen der AfD-Kreisverbände Cloppenburg-Vechta, Oldenburg Land und Stadt dort statt.
Joshua Walther (Gewerkschafter und MiCOU-Mitglied) meint dazu: „Die Absage einer Veranstaltung der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie in der Gaststätte am gleichen Abend der AfD-Veranstaltung ist positiv zu werten. Es besteht die Hoffnung, dass weitere demokratische Organisationen dieser Entscheidung folgen, um dem Normalisierungsprozess der extremen Rechten entgegenzustehen.“
Einen wesentlichen Beitrag zur Normalisierung der AfD-Positionen leiste laut der Vertreter der Gegenbewegung Martin Sichert aus dem friesischen Zetel, der als Mann innerhalb der Partei die größte Anzahl an TikTok-Abonnements habe. Zudem sei er in der Vergangenheit durch antifeministische, rassistische, Geflüchteten-feindliche und geschichtsrevisionistische Äußerungen in Erscheinung getreten.
Auch Andreas Paul sei vormals durch die rassistische Kriminalisierung von Geflüchteten aufgefallen sowie durch die Relativierung der Shoa. Des Weiteren sei er einer der Antragstellenden des „Antifa-Verbots“ der AfD-Fraktion im Bundestag.
Dazu Stefanie Erkenhoff von der Antifaschistischen Vernetzung Oldenburger Land: „Eingeladen wurde auch von Dirk Brandes, der dem völkischen Höcke-Lager angehört. Bis zur Auflösung des niedersächsischen Netzwerks „Pegasus Germanus“ Anfang 2019 war Brandes ein wesentlicher Akteur des thüringischen Flügel-Ablegers. Wir stellen klar, dass auch diese AfD-Veranstaltung schlussendlich ihre menschenfeindlichen Positionen stärkt!“
Deshalb rufen die Initiatoren alle Menschen in der Region auf, sich an unserer Versammlung gegen die Veranstaltung zu beteiligen. Damit wolle man sichtbar machen, dass man die ausgrenzenden, rassistischen und menschenverachtenden Handlungen von Sichert, Paul, Brandes und der AfD insgesamt nicht hinnimmt.
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((Beitragsbild oben: Logo Aktionsbündnis Oldenburg))





Aktionsbündnis Landkreis Oldenburg



DelmeNews - Jörn Petersen
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