Comedy Club Delmenhorst im Club M des El Mariachi – die Erfolgsgeschichte geht weiter

Mit der inzwischen 53. Ausgabe verfolgt der Comedy Club Delmenhorst seine Erfolgeschichte weiter. Die Veranstalter Christoph und Michaela Becker hatten erneut hochkarätige Acts als auch Newcomer aus der Welt des schrägen Humors in ihre Homebase – den Club M im mexikanischen Restaurant El Mariachi in Delmenhorst – geholt. Und auch Kultmoderator Markus Weise durfte selbstverständlich nicht fehlen; wie immer mit zündenden Pointen und Moderationen, die alles waren, außer brav.

Markus Weise ging vor wiederum ausverkauftem Haus anfangs recht aktiv auf die Veränderungen im Vergleich zum letzten Comedy-Event in Delmenhorst ein. So habe sich seine Frisur durchaus ein wenig verändert. Geheimratsecken wollte er das aber nicht nennen. „Ein schönes Gesicht braucht Platz, um sichtbar zu sein.“ Er bevorzugt den Ausdruck „Oberschenkelabriebstellen.“

Gleichwohl widmete er sich in seiner Anmoderation den tagesaktuellen Themen der Region. Den großen Momenten, die gegenwärtig in den Zeitungen oder bei Dr. Google auftauchen. Ein Discounter, der nach Delmenhorst kommt. „So was haben wir gebraucht.“ Und auch die Bürgermeisterwahl stehe an. Immer wieder werde er gefragt, ob er sich nicht auch für das Amt bewerben will. Doch da seien weltweit schon zu viele Komödianten unterwegs. Und schon begrüßte er den ersten Act des Abends und startete damit das Gag-Feuerwerk, das alles andere als zurückhaltend werden sollte.

Kultmoderator Markus Weise wie immer in Hochform.

Kultmoderator Markus Weise wie immer in Hochform.

Marcel Kösling: „Erinnert mich an den Untergang der Titanic“

Der sympathische Comedian, Moderator und Zauberer Marcel Kösling betrat die Bühne im Club M und wunderte sich zunächst über das Ambiente. „Alle Plätze belegt, die Scheiben sind komplett beschlagen.“ Dabei wollte er auch gleich sein Talent als Zauberer unter Beweis stellen. Immerhin sei einem Großteil des Publikums vermutlich kaum bekannt, dass er zugleich Illusionist ist.

Welchen Trick er vorführen sollte? Ihm eigentlich egal, er sammelte Vorschläge aus dem Publikum. Bereits im Vorfeld habe man sich Gedanken gemacht. Den Klassiker – die zersägte Jungfrau – könne er aufgrund von „Materialproblemen“ nicht vorführen. „Leider haben wir in ganz Delmenhorst keine Säge gefunden.“ Stattdessen entschied er sich für einen Seiltrick: „Alles was wir dafür brauchen, ist ein handelsübliches Seil, wie wir alle es aus dem Schlafzimmer kennen.“

Auch suchte er mit einer Bemerkung über seine Schmerzen nach ein wenig Mitleid. Er sei ja nun nicht mehr der Jüngste, habe aber durchgezogen. „Sollte ein Physiotherapeut im Publikum sein, würde ich mich freuen, wenn er sich melden und in der Pause um mich kümmern würde.“ Es fand sich niemand, doch die Verspannungen sollten ein Running-Gag in seinem Slot bleiben.

Marcel Kösling: "Das erinnert mich ein wenig an den Untergang der Titanic.“

Marcel Kösling: „Das erinnert mich ein wenig an den Untergang der Titanic.“

Toby Käp – Loose-/Loose-Situation mit Handicap

Aus Mannheim angereist war Toby Käp. Der Name ist Programm, der Comedian kokettierte mit seinen Handicaps, bezeichnete sich als Mitglied einer Minderheit. Er lenkte den Fokus darauf, dass er vor der Geburt danach gefragt wurde, ob er lieber taub oder schwul sein wolle, eine 50-prozentige Loose-Loose-Situation. Er habe sich nicht recht entscheiden können und von beidem etwas genommen. „Da kriege ich nicht so richtig mit, was hinter meinem Rücken passiert.“ Auch sei ihm eigentlich scheißegal, ob das Publikum lacht oder nicht. „Ihr diskriminiert mich in beiden Fällen.“

Man nehme Selbstironie, Sarkasmus und keine Scheu vor Themen, die für andere als zu heikel erscheinen, und lässt das von einem Menschen performen, der bis zu 50 Prozent behindert ist und nicht so genau weiß, wo sein Platz in der Gesellschaft ist. Diskriminierung ist kein Problem, schließlich macht er das ja auch, denn Tabuthemen gibt es für ihn keine.

Toby hatte übrigens festgestellt, dass er trotz all seiner Hörfehler besser sprechen kann als Til Schweiger, selbst wenn der nüchtern ist. Und angesprochen darauf, ob er sich seinen Sprachfehler antrainiert habe, hatte er geantwortet: „Ja klar, ich bin zum Logopäden gegangen und hab gesagt: Ich hätte gern den Sprachfehler von Paul Panzer.“

Toby Käp: "Ich hätte gerne den Sprachfehler von Paul Panzer."

Toby Käp: „Ich hätte gerne den Sprachfehler von Paul Panzer.“

Kay Ray – polarisierende Witze im schrillsten Fummel

Mit „bei ihm ist alles möglich“ kündigte Markus Weise den aus Hamburg angereisten „Kay Ray“ an. Ein Attribut, das der Kabarettist und Entertainer auf Anhieb bestätigte. Er provozierte, wie es sich heutzutage nur noch wenige Künstler trauen, spielte auf der Klaviatur aus derbem Humor und Verstörung mit sprachlichen Entgleisungen, die sich von der sexuellen Orientierung bis zu vermeintlich nicht mehr sagbaren Dingen erstrecken. Er sagt es trotzdem. Und findet dabei Ausdrücke, die Cancel-Culture sogar noch persiflieren.

Vielleicht sind es seine Leichtfertigkeit und sein Mut, Dinge beim Namen zu nennen, möglichweise sein schwarz-grenzüberschreitender, aber nicht minder hintersinniger Humor, die ihn zu dem machen, was er ist. Er ist eine Ikone, die sogar auf der Hamburger Reeperbahn aneckt, macht die härtesten Witze und trägt die schrillsten Fummel. Die Gäste des Comedy Club erlebten einen Stand-Up-Komiker, der sich die Bezeichnung „starker Tobak“ absolut verdient.

Kay Ray - schonungslos ehrlich und keine Angst vor Cancel-Culture

Kay Ray – schonungslos ehrlich und keine Angst vor Cancel-Culture

Live online: Christoph Becker nutzt seine Reichweite

Inmitten der Veranstaltung startete Christoph Becker gemeinsam mit Markus Weise das Online-Video des Events, das zugleich als Gewinnspiel diente. Wer auf den Online-Content klickte, sollte einen Preis erhalten. Zwar war zunächst nicht wirklich klar, welcher das sein würde. Für den Delmenhorster Kultmoderator kein Problem: Er dachte sich einfach schnell einen aus.

Live-Video geht noch während der Show online.

Live-Video geht noch während der Show online.

Auch war es jetzt für Christoph Becker und seine Frau Michaela mitsamt Moderator Weise nun der Augenblick, die geplanten Neuigkeiten zu verkünden. Und auch in dieser Hinsicht gab es ein echtes Feuerwerk. Bereits seit langer Zeit, so Christoph Becker, sei er immer wieder darauf angesprochen worden, ob und wie es weitergehe. Die wichtigste Nachricht: „Ja, es geht weiter“, allerdings künftig nur noch jeweils eintägig, außerdem wird man sich vom Konzept der Dauerkarten verabschieden.

Ebenso will Becker die Shows auch an weiteren Spielstätten installieren, so etwa dem Boulevard Theater im Bremer Tabak-Quartier, wo im kommenden Jahr voraussichtlich vier Termine stattfinden sollen. Eintrittskarten sollen ab etwa Ende November erhältlich sein. Am besten können sich Comedy-Fans über die anstehenden Termine und Buchungsmöglichkeiten auf der Online-Präsenz von ClubShows.com und insbesondere über den Newsletter informieren. Zudem kommt Kay Ray am 29. Oktober 2026 in den Club M nach Delmenhorst. Der Vorverkauf für das Event mit kabarettistischem Skandal-Potenzial begann exakt gestern.

Viele haben auf die Zukunftspläne gewartet: "Ja, es geht weiter."

Viele haben auf die Zukunftspläne gewartet: „Ja, es geht weiter.“

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((Beitragsbild oben: Die Künstler, Veranstalter und Location-Betreiber beim Finale im Club M des El Mariachi))

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