Christian Wüstner, Sprecher der Delmenhorster Innenstadtkaufleute: „Das kann nicht meine Aufgabe sein.“
Christian Wüstner ist nicht nur Betreiber des Gameground in Delmenhorst. Zugleich ist er Sprecher der Innenstadtkaufleute und engagiert sich seit inzwischen mehr als zwei Jahrzehnten für deren Interessen. Die sind ganz offensichtlich deckungsgleich mit denen zahlreicher Einzelhandelskunden. Kritisch sieht er die Förderung der Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ als auch die Parkplatzsituation: „Schlimmer darf es nicht mehr werden.“
Kurioserweise müssen die Kaufleute in der Delmenhorster Innenstadt immer wieder Kritik mit Stammtisch-Faktor aufgrund der Leerstände in der Innenstadt einstecken. Die ist bei Wüstner und seinen Kolleginnen und Kollegen allerdings vollkommen falsch adressiert. Wer ein Ladengeschäft betreibt, kann schließlich kaum dafür verantwortlich gemacht werden, dass andere es nicht tun. Außerdem hat Delmenhorst diese Realität keinesfalls exklusiv. Obschon man die Leerstände nicht wegdiskutieren könne oder wolle, zeige die Wahrnehmung der Auswärtigen eine deutlich andere Facette. Die erklären, dass in ihren Städten noch mehr Leerstand herrscht und nehmen die vielen inhabergeführten Geschäfte sehr positiv wahr.
Im Gespräch zeigt er sich allerdings nicht unbedingt angetan von der Parkflächen-Situation in der Stadt an der Delme. So werden die Erreichbarkeiten der Geschäfte seiner Meinung nach durch hohe Parkgebühren als auch die Reduzierung von Parkflächen zunehmend eingeschränkt. Durchaus anerkennend betont er, die Stadt sei ihnen in diesem Vorweihnachtsgeschäft entgegengekommen, so mit der Option des kostenlosen Parkens auf der ehemaligen Hertie-Fläche oder dem ebenfalls kostenlosen Parken im City-Parkhaus an allen Adventssamstagen. Am grundsätzlichen Eindruck, dass die Innenstadt gerade für Auswärtige schwieriger zu erreichen gemacht werde, ändere das allerdings wenig.
Den ökologischen Gedanken dahinter, den Pkw-Verkehr zu reduzieren, verstehe er durchaus, so Christian Wüstner. Doch wie jemand zu ihm oder den anderen Einzelhandelsgeschäften komme, ob mit dem öffentlichen Nahverkehr, per Fahrrad, zu Fuß oder doch mit dem Pkw, das zu entscheiden sei nicht seine Aufgabe. „Ich als Einzelhändler habe dafür zu sorgen, dass die Kundinnen und Kunden bei mir ein attraktives Einkaufserlebnis haben.“ Welche Verkehrsmittel die Kundinnen und Kunden dafür nutzen, könne er weder vorschreiben noch organisieren.
Ein Dorn im Auge ist ihm, dass die Center auf der „grünen Wiese“ gefördert werden, wodurch die Kundenfrequenz im innenstadtnahen Einzelhandel zwangsläufig gefährdet wird. Ein Drama mit Ansage. Denn damit einhergehend wird es prognostisch in der Innenstadt weitere verwaiste Schaufenster geben. Und die zahlreichen fleißigen Menschen, die in den Geschäften tätig sind haben es auch dann nicht verdient, derart respektlose Kritik über Social-Media zu erhalten.
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((Beitragsbild oben: Christian Wüstner, Sprecher der Delmenhorster Innenstadtkaufleute, in seinem Ladengeschäft Gameground))





DelmeNews - Jörn Petersen 




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