„Beleidigt auf unterstem Niveau“ – Solidaritätsbekundungen für ADG-Mitarbeiter

02. 05. 2020 um 15:56:53 Uhr | DelmeNews-Redaktion
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
fotoboxen-bremen.de

Krankenschwestern, Menschen in Pflegeberufen, Supermarkt-Mitarbeiter, LKW-Fahrer und Vertreter vieler weiterer wichtiger Berufe erfahren seit der Corona-Krise eine stärkere Wertschätzung. Bei den Müllwerkern der ADG sieht es anders aus. Sie werden derzeit mitunter von Bürgern beschimpft. Durch den schwelenden Konflikt um nichtabgeholtes Altpapier liegen bei manchen anscheinend die Nerven blank. Verbale Unterstützung bekommen die Müllwerker nun vom eigenen Betriebsrat und aus dem ADG-Aufsichtsrat.  

„Wir werden beleidigt auf unterstem Niveau. Und dabei machen wir nur unsere Arbeit“, sagt  Bernd Leggewie. Für den Betriebsrat und seine Kollegen sei die jetzige Situation auch nicht leicht. „Und dann auch noch beschimpft zu werden, das ist unfair“, so Leggewie.

Einteilung in zwei Teams

Um die gesetzlichen Vorgaben und Pandemie- und Infektionspläne einzuhalten, hat die  Stadtwerkegruppe die Mitarbeiter derzeit in zwei Teams (A und B) eingeteilt, die sich nicht begegnen. Auf diese Weise soll unter allen Umständen die Abholung von Rest- und Biomüll aufrechterhalten werden können. Aufgrund der Teambildung können zeitgleich allerdings nur 50 Prozent der Müllwerker arbeiten. Kurzarbeit ist die Folge.

Annette Kolley (SPD) sitzt im Aufsichtsrat der ADG. Sie hat ebenfalls kein Verständnis dafür, wenn ADG-Mitarbeiter bepöbelt werden; die Einteilung in Teams sei zwingend erforderlich, damit sich die Mitarbeiter nicht begegnen können: „Wenn ein Teammitglied krank wird, fällt das ganze Team aus und das andere Team muss einspringen.“ Dadurch bleibt Arbeit liegen, in diesem Fall das Altpapier. „Es ist ja nur die Hälfte vor Ort, und die können doch nicht alles schaffen.“

Unterschied zum Landkreis Oldenburg

In der Vergangenheit tauchte in der Diskussion um das nichtabgeholte Altpapier die Frage auf, warum im Landkreis Oldenburg die Abholung weiterhin stattfinden könne. Wie die Stadtwerke Delmenhorst in der Pressemitteilung ebenfalls mitteilen, gebe es Unterschiede in der Praxis: Im Landkreis beispielsweise sitze demnach nur ein Mann im Wagen. Die Papiertonnen würden dort automatisch mit Seitenladern geleert.

Derzeit doppelte Arbeit für die Lader

In der Stadt Delmenhorst sind normalerweise drei Personen mit einem sogenannten Hochlader unterwegs. Derzeit sind es aber nur zwei Personen: der Fahrer und einer beiden Lader. Der Mann am Ende des Wagens muss derzeit daher die doppelte Arbeit leisten.

Die ADG und ihre Mitarbeiter weisen darauf hin, dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter im Rahmen der Pandemievorsorge und des Arbeitnehmerschutzes bereits jetzt alle Anstrengungen unternehme, um das Altpapier einzusammeln. Zudem werde das Unternehmen nach eigenen Angaben unter Einhaltung der Regelungen alles daran setzen, dass das Altpapier bald wieder im normalen Rhythmus abgeholt werden könne.

 

 



Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung



Kommentar schreiben




Ihre Kommentare