Ausflugsziele um Delmenhorst: Unterwegs auf der Straße der Megalithkultur
Wer auf der Suche nach einem Ausflugsziel ist, dabei auch noch eine Reise in die Vergangenheit anstrebt, dem sei die Straße der Megalithkultur mit ihren archäologischen Denkmälern ans Herz gelegt. So stößt man auch zwischen Delmenhorst, Ganderkesee, Dötlingen und Wildeshausen immer wieder auf braune Schilder, die darauf hinweisen, dass sich eine frühzeitliche Steinformation in der Nähe befindet.
Bei Megalithen handelt es sich um große, meist unbehauene Steinblöcke, mit denen frühzeitliche Menschen Grab- und Kulturanlagen errichteten. Auf der Straße der Megalithkultur können an 33 Stationen rund 70 Großsteingräber und andere archäologische Denkmäler erkundet werden.
Einige der Stationen befinden sich in der „näheren“ Umgebung von Delmenhorst. Während manche von ihnen direkt ins Auge stechen, muss bei anderen genauer hingeschaut werden. Hier eine Auswahl:
Station 33: Großsteingrab Stenum
Apropos genauer hinschauen: Etwas unscheinbar kommt Station 33 daher, die genau vor den Toren der Stadt, genauer gesagt nördlich von Ganderkesee auf einer Raststelle an der K 335 liegt. Einst soll es sich beim „Großsteingrab Stenum“ um eine viel beeindruckendere Grabanlage gehandelt haben. Doch wurden im Laufe der Zeit große Teile zerstört, mehrere der Tragsteine gesprengt. Nur ein einziger Abschlussstein, der vor rund 5.000 bis 5.500 Jahren dort platziert wurde, hat überdauert.
(~6,4 Kilometer*)
Station 31: Großsteingrab Steenberg
Ist man in der Gegend Sandhatten/Ostrittum/Dötlingen unterwegs, stolpert man regelrecht über uralte Megalithen. Mehrere von ihnen bilden das Großsteingrab Steenberg südwestlich von Kirchhatten. Dieses Ganggrab hat die Jahrtausende recht gut überstanden. Lediglich zwei Decksteine der ursprünglich 22 sind nicht mehr vorhanden. Sechs von ihnen sind im Laufe der Zeit in die Grabkammer gefallen.
(~25,6 Kilometer*)
Station 30: Glaner Braut
Auf einer sandigen, mit Heide bedeckten Erhebung am linken Ufer der Hunte nahe Dötlingen stehen die insgesamt vier Großsteingräber der Glaner Braut. Der Weg dorthin vorläuft durch die Hunteniederungen. Mit einer Länge von 50 m und einer Breite von 6 bis 8 m ist das Grab I das größte der Vierergruppe. Die Umfassungssteine sind beinahe vollzählig erhalten, allerdings weist die im westlichen Teil des Grabes positionierte Kammer erhebliche Fehlstellen auf. Kein einziger Deckstein und nur wenige Tragsteine sind zu erkennen.
(~25,9 Kilometer*)
Station 26: Pestruper Gräberfelder
Auf einem weiten Terrain erstrecken sich bei Wildeshausen die Pestruper Gräberfelder. Anders als bei den anderen Stationen, finden sich hier auf einem Areal von fast 40 Hektar fast 500 mit Heidekraut bewachsene Grabhügel aus der Bronze- und Eisenzeit. Zeitweise kann man Heidschnucken beim grasen zusehen. 1992 wurde das Areal zum Grabungsschutzgebiet erklärt.
(~27,8 Kilometer*)
Station 25: Kleinenknetener Steine – Grab I
Bei den Kleinenknetener Steinen handelt es sich um drei benachbarte Megalithgräber südlich von Wildeshausen. Grab I zählt dabei zu den bemerkenswertesten Megalithgräbern Niedersachsens. Es misst stolze 49 x 7 m im Umfang. Im Zuge von in den 1930er Jahren durchgeführten Untersuchungen wurde es rekonstruiert. Im Übrigen lässt sich auf seinem grasbewachsenen Dach auch gut in der Sonne baden.
(~29,8 Kilometer*)
(*ungefähre Kilometerzahl (Fahrrad) von der Delmenhorster Innenstadt bis zur Megalith-Station)
Weiterführende Informationen
Insgesamt führt die „Ferienstraße“ über 330 Kilometer von Oldenburg über Cloppenburg und Meppen bis nach Osnabrück. Auf der Website der Straße der Megalithkultur kann die vollständige Radroute in PDF-Form heruntergeladen werden. Zudem gibt es hier einen Überblick über alle Stationen und archäologischen Denkmäler.
Bild ganz oben: Der Weg zur Glaner Braut führt durch mit Heide bewachsene Hügel.
Bilderhinweis: April 2022
















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