Altpapierabholung für Mai geplant – zwei zeitweise Abgabestellen – Zwist in Lokalpolitik

27. 04. 2020 um 15:35:42 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Derzeit wird in Delmenhorst aufgrund der Corona-Krise kein Altpapier abgeholt. Wer seinen Papiermüll loswerden möchte, muss die Abfallannahmestelle Steller Straße aufsuchen. Am 30. April und am 7. und 14. Mai können die Delmenhorster ihren Papiermüll darüber hinaus auf den Graftwiesen und beim inkoop Schönemoorer Straße abgeben. Im Mai soll nach Delmenews-Informationen die Papierabfuhr wieder aufgenommen werden. Bereits morgen könnten die Details bekannt gegeben werden. In der Lokalpolitik ist derweil ein Streit darüber entbrannt, wer sich am stärksten für eine Papiermüllabholung einsetzt.   

Temporäre Annahmestellen

Die Stadtwerkegruppe richtet zwei temporäre Annahmestellen für Altpapier ein: Am 30. April sowie am 7. und 14. Mai können Delmenhorster ihr Altpapier in der Zeit  von 8 bis 12 Uhr auf den Graftwiesen (Höhe Wohnmobilplätze) sowie von 13 bis 17 Uhr bei Inkoop an der Schönemoorer Straße/Ecke Dwostraße abgeben.

Im Mai sollen Tonnen wieder geleert werden

Nach Delmenews-Informationen gibt es derzeit Abstimmungsgespräche zwischen der Stadt Delmenhorst und den Stadtwerken, dass die Papiermüllentsorgung im Mai wieder aufgenommen werden soll. Noch unklar ist, ob die Papiermüllabfuhr in vollem Umfang stattfinden kann. Britta Fengler, Sprecherin der Stadtwerkegruppe wollte sich auf Nachfrage nicht zum Thema äußern.

Auch Bettina Oestermann, die Fraktionsvorsitzende der SPD hatte geäußert, dass in Kürze die Altpapier-Abholung wieder anlaufen werde. Wann die Abfuhr wieder starte, das ließ sie offen, darüber werde eine Pressemitteilung der ADG informieren, so Oestermann auf ihrer Facebook-Seite.

Ein Schreiben der SPD Deichhorst-Stadtmitte

In der Lokalpolitik ist das Thema Altappier sehr präsent. Der SPD-Ortsverband Deichhorst-Stadtmitte schickte kürzlich einen Brief an Stadtwerke-Chef Hans-Ulrich Salmen, in dem einerseits Verständnis für den Schutz der ADG-Mitarbeiter geäußert wurde. Anderseits wurde in diesem vom OV-Vorsitzenden Thore Wintermann unterzeichneten Schreiben darum gebeten, die Abfuhr von Altpapier und das Schließen der Abfallannahmestellen zu überprüfen und falls irgend möglich, baldmöglichst wieder aufzunehmen.

CDU und Grüne stellen Eilantrag

Dies blieb nicht die einzige Resonanz aus der Politik auf die ausbleibende Altpapierabfuhr. CDU und B90/Grüne im Delmenhorster Stadtrat haben für die Ratssitzung am Dienstag, 28. April, einen Eilantrag auf den Weg gebracht, dass die Papiermüllentsorgung unverzüglich wieder aufgenommen werden müsse. In einer Pressemitteilung teilen die beiden Stadtratsfraktionsvorsitzenden mit, es dürfe nicht sein, dass die Delmenhorster auf großen Mengen von Altpapier sitzen bleiben und sich das Papier besonders in Mehrfamilienhäusern in den Fluren, Treppenhäusern und Kellern mangels alternativer Lagerungsmöglichkeiten staue. „Wir wissen nicht“, so die beiden Fraktionsvorsitzenden Kristof Ogonovski (CDU) und Marianne Huismann (Grüne), „wie lange der derzeitige Zustand noch andauert. Insbesondere die Brandgefahr bildet dann ein nicht hinnehmbares Risiko“.

SPD reklamiert Verdienst für sich

Bettina Oestermann, die SPD-Fraktionsvorsitzende ist derweil überzeugt, dass es der SPD zu verdanken sei, dass bald das Papier wieder abgeholt werde. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie: „ Ich sag’s ja immer: Reden und Nachfragen hilft!  Manchmal viel mehr, als Anträge zu stellen, wie gerade durch CDU und Grüne geschehen.“

Die Gruppe SPD & Partner sei seit Längerem mit der Geschäftsführung der ADG im Gespräch, so Oestermann: „Weil wir regelmäßig den Austausch mit der Geschäftsführung gesucht haben, wissen wir, dass die ADG seit Längerem dabei ist, Lösungen zu organisieren.
Dies ist nicht so einfach, denn die Hygienvorschriften müssen streng eingehalten werden, zum Schutz der Mitarbeitenden, aber auch zu unserem Schutz als “Kundinnen und Kunden” der ADG.“

Für CDU und Grüne gibt es noch eine verbale Klatsche: „Ich stelle fest, dass unsere und meine vielen Gespräche mit der Geschäftsführung viel einfacher zum Ziel geführt haben.
Ich frage mich, warum die Antragsteller nicht auch vorher diesen Weg der Informationsbeschaffung gewählt haben, sie sind doch auch im Aufsichtsrat der ADG vertreten…“

Ogonovski: „Ausführungen sind absurd.“

Kristof Ogonovski lässt das nicht auf sich sitzen. Dem Vorwurf, nur die SPD hätte sich mit der Geschäftsleitung auseinandergesetzt, kontert der CDU-Stadtratsfraktionsvorsitzende in einem Kommentar unter dem Posting scharf: „Deine Ausführungen sind absurd.

1. Wenn Du bereits zwischen dem 23.03. und 30.03. mit der Geschäftsführung der ADG (oder mit Herrn Salmen?) gesprochen hast, warum ist dann bis heute nichts passiert? Auch am Mittwoch hat man im VA von Dir nichts substantielles außer der zusätzlichen Container gehört.

2. Du behauptest, dass die Geschäftsleitung Dir heute gesagt hätte, dass die SPD die einzige Fraktion wäre die sich gemeldet hätte. Bleibst Du bei dieser Darstellung? Falls ja lügt entweder die Geschäftsführung oder Du, was ich für ein starkes Stück halte!

3. Warum meldest Du Dich eigentlich mit dem möglichen Lösungsansatz erst zu Wort nachdem wir eine schriftliche Anfrage an die Geschäftsführung gestellt haben, nachdem wir als CDU eine Sondersitzung des Aufsichtsrates beantragt haben, und nachdem wir gemeinsam mit der Fraktion der Grünen einen Antrag und Presseartikel verfasst haben?“ Soweit die Ausführungen von Kristof Ogonovski.

Altpapier als Wahlkampfthema

Sowohl SPD als auch CDU und Grüne sehen sich bei der anstehenden Wiedereinführung der Altpapierabholung als federführend an. Und auch Lothar Mandalka hat für die kommende Ratssitzung einen Antrag zum Thema Altpapier gestellt. Den Bürgern dürfte das egal sein, sie werden sich freuen, dass im kommenden Monat ihre blaue Tonne geleert wird. Allerdings gibt der derzeitige gegenseitige Umgang zwischen SPD und CDU/Grüne einen Vorgeschmack auf den anstehenden Kommunalwahlkampf  für die Wahl im Herbst 2021.



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