Ab Oktober Elektrophysiologie im Josef-Hospital – Leuchtturmfunktion fürs Haus – Zusätzlich Vortragsreihe ab September

29. 08. 2018 um 16:17:46 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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An die Zukunft des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) glauben nicht nur Geschäftsführer Florian Friedel und viele seiner Mitarbeiter, sondern auch Mediziner von außerhalb. Das beweist eine neue Kooperation, die ab Oktober ein neues Angebot im Haus schafft: Elektrophysiologie.
 
Hinter dem unscheinbaren Begriff verbirgt sich Hightech-Medizin. Mittels bis auf den Millimeter genauer Eingriffe werden Rhythmusstörrungen im Herzen bekämpft. Angeboten wird diese hochkomplexe Behandlungsform, die ohne moderne 3D-Technologie nicht denkbar wäre, von der Elektrophysiologie Bremen. Das ist ein Zusammenschluss von Fachärzten und deren Mitarbeitern (insgesamt 65 Personen), die bisher in Bremer Krankenhäusern ihre Dienste an den Mann bringen.
 

Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent

Ein Arzt im Zusammenschluss ist Dr. Götz Buchwalsky. Neben “normalen” Herzoperationen bieten er und seine Kollegen auch die Katheter Ablation an, eine besondere Behandlungsmethode. Durch die Venen wird dabei ein Katheter passgenau bis zum Herzmuskel delegiert. Dort wird ein winzig kleiner Teil von Zellen, die die Rhythmusstörung verursacht, mit Wärme abgetötet.
 
Dabei vermeidet die Vorgehensweise nicht nur zurückbleibende Narben. Auch die Erfolgsaussichten fallen hoch aus: 80 Prozent aller Patienten würden durch den Eingriff dauerhaft geheilt. Bei Kindern läge die Quote sogar bei 95 bis 98 Prozent.
 

Behandlung vom Kindern künftig Schwerpunkt bei Zusammenarbeit

Und genau diese kleinen Patienten sollen künftig im Fokus der Zusammenarbeit stehen. Denn der Ärztezusammenschluss aus Bremen ist auf die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern angewiesen, die eine entsprechende Infrastruktur besitzen. Das JHD besitzt eine Kinderklinik. Dort können die Patienten nach der Behandlung betreut werden.
 
Laut Buchwalsky sind die meisten seiner Patienten nicht länger als zwei Tage nach dem Eingriff noch im Krankenhaus untergebracht, dann können sie nach Hause. Gerade Eltern mit Kindern fänden es wichtig, dass ihr Nachwuchs nicht lange im Krankenhaus bleiben muss. Er arbeitet im JHD vor allem Dr. Joachim Hebe zusammen. Insgesamt besteht ihr Team künftig aus fünf Ärzten.
 

Neues Angebot auch bei Neubauplänen schon berücksichtigt

Besonders Kinder mit Rhythmusstörrungen seien auf die Behandlung angewiesen, findet Buchwalsky: “Kinder leiden anders als Erwachsene.” Viele würden ihre Probleme für sich behalten, aber in der Schule und im restlichen Leben durch ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit Probleme bekommen. Da bringe die Behandlung Abhilfe. Auch Erwachsene profitieren. Zudem könnten so aufwendige, jahrelange Behandlungen mit Medikamenten vermieden werden. Das hilft nicht nur dem Wohlbefinden der Patienten, sondern spart auch Kosten.
 
Bisher wird Elektrophysiologie vom Ärztezusammenschluss in vier Bremer Kliniken angeboten. Die nächsten Fachkräfte sitzen in Göttingen. Durch den großen Andrang – 1.800 Ablationen führen die Bremer Ärzte im Jahr durch, dazu kommen 680 “normale” Herzoperationen – entstehen Wartezeiten von mehreren Monaten. Sogar Patienten aus dem europäischen Ausland reisen an. Für alle soll die Zusammenarbeit mit dem JHD die Wartezeiten reduzieren. “Der erste Patient, den wir in Delmenhorst behandeln, hat am Telefon gejubelt”, erinnert sich Buchwalsky.
 

Langfristige Zusammenarbeit geplant

Im Oktober geht es mit den ersten erwachsenen Patienten los. Ab Januar folgen dann die Kinder. Dafür ist ein Linksherzkathetermessplatz erforderlich. Dieses moderne Untersuchungslabor kostet etwa 400.000 Euro. Das Geld dafür stellt das Land Niedersachsen. Entsprechende Pläne hatte schon Friedels Vorgänger auf den Weg gebracht, um diesen im Neubau unterzubringen. Jetzt wird die Einrichtung in die Kooperation einbezogen und angeschafft.
 
Nicht nur die JHD-Ärzte wie Klaus Gutberlet (Chefarzt Innere Medizin) und Matthias Viemann (Chefarzt Kinder- und Jugendmedizin) freuen sich über die auf viele Jahre ausgelegte Zusammenarbeit. Auch Friedel ist begeistert. Zumal das JHD damit ein überregionales Spitzenangebot gewinnt, dass nur wenige Krankenhäuser in Deutschland anbieten. Sein Haus bekäme damit eine “Leuchtturmfunktion” dazu.
 

Vortagsreihe startet im September

Ebenfalls neu ist eine regelmäßige Vortragsreihe jeden 2. und 4. Donnerstag im Monat. Darin werden immer ab 18 Uhr gut eine Stunde lang ohne Eintritt medizinische Fragen erläutert. Veranstaltungsort ist das frisch überholte Patientencafé unterhalb des Eingangs. Dessen “70er-Jahre Charme”, wie Friedel scherzt, gehört damit der Vergangenheit an. Der erste Vortrag findet am 13. September statt und behandelt schonenden Gelenkersatz.
 
Für Friedel ist das Angebot wichtig, um weiterhin Vertrauen der Delmenhorster und Menschen aus dem Umland in sein Haus zu gewinnen. Denn ohne das gehe es nicht.
 
Foto (v.l.): Florian Friedel (Geschäftsführer JHD), Dr. Klaus Gutberlet (Chefarzt Innere Medizin), Dr. Götz Buchwalsky (Elektrophysiologie Bremen) und Dr. Matthias Viemann (Chefarzt Kinderklinik) freuen sich über die Zusammenarbeit.
 



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