Grotelüschen bei Gedankenaustausch über Entwicklungshilfe – Weltladen seit 25 Jahren in Delmenhorst

12. 10. 2017 um 15:20:10 Uhr | DelmeNews-Redaktion
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Dass ihr Entwicklungshilfe am Herzen liegt, demonstrierte Delmenhorsts Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU) mit einem Besuch im Delmenhorster Ökumene-Weltladen am heutigen Donnerstag, 12. Oktober. Dabei bot sie den Mitarbeitern und Landtagskandidatin und Ratsfrau Frauke Wöhler (ebenfalls CDU) auch Gelegenheit zum gegenseitigen Gedankenaustausch zum Thema auszutauschen.
 
Eingeladen hatten Brigitte und Martin Mechler, die den Weltladen mitbegründet haben. Zahlreiche Kunden schrieben im September die damaligen Bundestagskandidaten an, um auf die Anliegen der deutschen Weltläden und des Forums Fairer Handel hinzuweisen. Dazu zählen der Schutz von Arbeits- und Menschenrechten weltweit, eine Förderung von Kleinbauern durch Entwicklungspolitik und eine humane Asylpolitik.
 

Grotelüschen Fair Trade-Bewusstsein wächst

“Es gibt viel Engagement für Fair Trade im Wahlkreis”, sagte Grotelüschen über die Wesermarsch. Dazu gehörten nicht nur verschiedene Weltläden, sondern auch Firmen, die beispielsweise an wassersparenden Verfahren arbeiteten. Denn Wassermangel stelle in vielen Ländern ein großes Problem dar. Zudem nehme das Bewusstsein in Schulen und Unternehmen für das Thema zu. Sie selbst habe schon in der Schule gelernt, dass Entwicklungspolitik eine wichtige Rolle spiele.
 
“Einen großen Auftrieb hatten wir nach dem Unfall in Bangladesch”, findet Brigitte. Der Brand einer Textilfabrik hatte viele Modeketten, die in dem Billiglohn-Land produzieren lassen, in Verruf gebracht. Inzwischen versande das Thema aber wieder. Dass dies nicht passiere, dafür will sich Grotelüschen einsetzen.
 

Hilfe zur Selbsthilfe

“Entwicklungshilfe muss Hilfe zur Selbsthilfe sein”, bekräftigte Grotelüschen. Damit dies gelinge, müssten zunächst geeignete Strukturen in Entwicklungsländern aufgebaut werden. Dies hätte nicht nur den Effekt, den Menschen vor Ort zu helfen. Sondern würde auch viele davon abhalten, ihre Heimat zu verlassen und Länder wie Deutschland aufzusuchen. Brigitte meinte: “Wir haben schon 1992 gesagt: Wenn nichts passiert, werden die Menschen zu uns kommen. Im Grunde wäre Fair Trade die Lösung.”
 
Dass Fair Trade nicht alle Produkte umfassen wird, weiß ihr Ehemann Martin: “Uns ist klar, dass es ein Traum ist.” Ein Fortschritt wäre für ihn und seine Frau, wenn im Delmenhorster Rathaus künftig Fair Trade-Kaffee zum Zuge käme. Dies sei bislang nicht der Fall, weil der Preis für Fair Trade etwas höher ist. Pro Tasse läge der Unterschied jedoch nur bei einigen Cent. “Das könnte man noch mal an stupsen”, meinte Wöhler. Sie will das Thema als Ratsfrau auf die Delmenhorster Agenda heben.
 

Weltladen seit 25 Jahren in Delmenhorst

In Deutschland gibt es inzwischen etwa 800 Weltläden. Diese verkaufen Fair Trade-Produkte. Dabei erhalten die Hersteller etwas mehr Geld als im klassischen Handel, damit sie von ihrer Arbeit leben können. Eines der ersten und noch immer bekanntesten Fair Trade-Produkte ist Kaffee.
 
Der Delmenhorster Weltladen selbst wurde 1992 gegründet. Er wird vom Verein Ökumene-Laden getragen und inzwischen in die Bahnhofstraße gezogen. Unterstützt werden die Mechlers dort von gut 40 ehrenamtlichen Verkäufern. Sie fördern Entwicklungsländer nicht nur durch den Verkauf von Fair Trade-Waren. Sie haben auch Geld gesammelt, um damit eine neue Pumpe für einen Brunnen und eine Schule im Dorf Djatekpé in Togo zu bauen.
 
Grotelüschen selbst findet übrigens besonders ein Produkt gut: “Ich mag Schokolade in Zartbitter Orange sehr gern.” Bei der Gelegenheit kaufte sie gleich eine Packung. Trotz des Zuspruchs durch die Abgeordnete schloss Martin: “Am schönsten wäre es, wenn wir eines Tages überflüssig würden.” Nämlich dann, wenn alle Produkte nur noch Fair Trade wären.
 
Foto (v.l.): Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen (CDU), Martin Mechler, Marianne Hanl vom Trägerverein des Weltladens, Ratsfrau Frauke Wöhler (CDU) und Brigitte Mechler tauschten Gedanken zum Thema Entwicklungshilfe aus. Auch Kaffee spielte eine Rolle.
 





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