Graft: Trinkwasserförderung laut Gutachten dauerhaft rechtlich nicht möglich

03. 12. 2014 um 18:07:13 Uhr | DelmeNews-Redaktion

Weite Teile der Politik hatten ihre Hoffnung daran gehängt, doch gestern hat sich erneut bestätigt: Die dauerhafte Trinkwasserförderung in den Graften scheint rechtlich nicht mehr möglich zu sein. Nun müssen Alternativen her.
 
Gestern wurde im Aufsichtsrat der SWD-Gruppe ein Gutachten zur rechtlichen Bewertung der dauerhaften Wiederaufnahme der Trinkwasserförderung beim ehemaligen Wasserwerk An den Graften vorgestellt. Die Kanzlei GKMP Pencereci kommt in einer gutachterlichen Stellungnahme zu dem Schluss, zu dem auch schon Erster Stadtrat Gerd Linderkamp und SWD-Chef Hans-Ulrich Salmen vor Längerem gekommen waren: Da die Wasserversorgung durch das Wasserwerk Annenheide und durch einen langfristigen Vertrag mit dem OOWV sichergestellt ist, wird es nahezu unmöglich, eine rechtliche Erlaubnis für eine erneute Trinkwassergewinnung in den Graften zu bekommen.
 
Dies hat nun auch die Kanzlei bestätigt. Wörtlich heißt es am Ende in der Stellungnahme von Pencerici: „Insgesamt ergibt sich daraus die Feststellung, dass die erneute Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis oder Bewilligung schon aus dem Grund des Bezuges aus dem Wasserwerk Annenheide und der vertraglichen Beziehung zum OOWV nicht in Betracht kommt.“

Drainage und Schöpfwerk als mögliche Lösung

 
Somit muss eine andere Lösung her, denn nach wie vor wolle die Politik den Stadtpark dauerhaft retten, wie SWD-Aufsichtsratschef Sascha Voigt heute einem Pressgespräch sagte. „Wir waren uns gestern alle einig, dass wir in einen vernünftigen Dialog einsteigen müssen, um den Stadtpark zu erhalten.“ Gestern nahm übrigens auch Oberbürgermeister Axel Jahnz als Vertreter der Verwaltung am Gespräch teil, wie Sascha Voigt mitteilte. Doch wie könnte eine Lösung ohne Trinkwasserförderung aussehen? Möglicherweise könnte nach Ansicht von Experten eine Drainagelösung samt Schöpfwerk sowie eine gezielte Vernässung eines Teilbereichs die Lösung sein. So könnte zum Beispiel ein See angelegt werden, um einen Teil des Wassers dauerhaft abzuführen. Doch das ist Zukunftsmusik, über die erst noch gesprochen werden muss.
 





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